Oslo kompakt

In der ersten Augustwoche musste ich beruflich wieder nach Oslo und da die Jungs gerade verreist waren, bin ich schon am Samstag hingeflogen. Durch die vielen Trips habe ich die Stadt und die Menschen inzwischen richtig ins Herz geschlossen. Einiges kann man aber abends nicht machen und da kam mir das Wochenende wie gerufen.

Ich hatte mir vorgenommen, in aller Ruhe „besondere“ Fotos machen, also möglichst irgendwie etwas ungewöhnlich. Die Geduld, die man dafür an meiner Seite braucht, kann man niemandem abverlangen – also ideale Vorraussetzungen. Um für alle Fälle gerüstet zu sein, hatte ich die E-M1 mit 12-40mm 2.8 (incl. frisch eingetroffenen ND-Filtern) und 35-100mm 2.8, das Fisheye, ein kleines und ein großes Stativ dabei.

Fabrikarbeiterinnen an der Beierbrua in Oslo

Gleich nach meiner Ankunft zog ich los. Da die berühmteren norwegischen Wasserfälle alle zu weit von Oslo entfernt sind, hatte ich nach einem Wasserfall in der Stadt gesucht. An der Beierbrua wurde ich fündig und so fuhr ich am Samstag mit der Straßenbahn an den Fluss Akerselva. Dort packte ich meine ND-Filter aus und legte los.

Wasserfall Akerselva Oslo

Von dort spazierte ich am Fluss entlang Richtung Süden, passierte die Kaffeerösterei von Tim Wendelboe (leider schon geschlossen), das Studentenhaus, die Oslo School of Arts…

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Gamle Aker Kirke

VW Käfer

Die Gamle Aker Kirke erklomm ich über Telthusbakken (sehr süße Holzhäuser), passierte ein paar schöne Youngtimer und erreichte über Damstredet (noch mehr Holzhäuser, teilweise sehr winzig) das sehr genial umgestaltete Gebiet um die Mathallen / Vulkan. Ziemlich erledigt beschloss ich den Abend mit einem Pulled-Pork-Burger *yummi*.

Für Sonntag hatte ich mir die Halbinsel Bygdøy vorgenommen. Die Anreise per Schiff war etwas weniger spektakulär als erwartet, aber was hatte ich erwartet???
Unter anderem befinden sich hier das Fram-Museum, das Norwegische Maritime Museum, aber nach dem Doku-Spielfilm über die Kon-Tiki vor zwei Jahren war ich hauptsächlich darauf scharf. Hier ist tatsächlich das Original-Floß wieder zusammengesetzt worden und zu sehen. Beeindruckend!

Da das Wetter perfekt war, schenkte ich mir die anderen Museen und fuhr mit dem Bus bis zum Bahnhof und ging von hinten über die Akrobaten-Fussgängerbrücke auf den „Barcode“, eine Reihe von Neubauten in Bjørvika, zu. Weil es die Skyline massiv verändert hat, ist das ganze Projekt sehr umstritten, aber ich finde es architektonisch wunderschön. Ich ging über die Brücke hinter der Oper rüber auf die Halbinsel Sørenga und experimentierte mit ein paar Langzeitbelichtungen mit dem Barcode als Motiv herum. Eine Dame sprach mich an und wies darauf hin, wie vergänglich dieser Anblick sei. Ich hatte die Baugruben auf dem Hinweg schon gesehen. Zwischen Barcode und Fjord wird eine weitere Reihe von Gebäuden entstehen, u.a. das neue Munch-Museum. Ich beschloss spontan, abends wieder herzukommen.

Akrobaten Brücke

Barcode von Sørenga aus gesehen

Auf dem Rückweg schlenderte ich durch Grønland, einen multikulturellen Stadtteil mit entzückenden Hinterhöfen und sehr authentischen Restaurants. Nach einer Pause mit etwas Bildbearbeitung, zog ich nach einem kleinen Abendessen wieder los. Da ich nicht wusste, wann ich wieder die Gelegenheit haben würde, wollte ich während des Sonnenuntergangs viele Fotos vom Barcode machen und diese später scheibchenweise zusammensetzen. Im Winter geht die Sonne zu früh unter und im Juni – zu nah an Midsommar – ist die Kurve der Sonne zu flach.

Barcode slices during sunset

Wie schon bei meinen früheren Versuchen am Rathaus und an der Oper, kam ich mit mehreren Passanten ins Gespräch. Alle sind so offen und an einem Plausch interessiert, das fasziniert mich! Was machst Du für Fotos? Was hat Dich nach Oslo verschlagen? Wo arbeitest Du? u.s.w. Inzwischen sage ich nicht ohne Stolz, dass ich bei DNV (GL) arbeite. Das kennt hier jeder. Als ich schon einpackte, kam ich mit einem sehr netten Pärchen ins Gespräch. Die Frau, ebenfalls Hobbyfotografin, zeigt mir ein paar ihrer Bilder. Wir gingen gemeinsam zurück in die Stadt und tauschten Email-Adressen aus.

Barcode after sunset

Erst weit nach Mitternacht fiel ich wie ein Stein ins Bett. Ich bin wirklich froh, dass ich mir dieses fotointensive Wochenende gegönnt habe!!!

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