Die #MiniBLOGST in Berlin

Bloggen ist zwar nur ein Hobby von mir, aber es macht mir mehr und mehr Spaß und darum wollte ich mich gerne mal damit beschäftigen, wie man es noch besser machen kann.

Der Blog von Clara aka tastesheriff war einer der ersten, den ich in meinem newsfeed abonniert habe. Zusammen mit Ricarda von 23qmstil hat sie das BloggerNetzwerk BLOGST ins Leben gerufen. Die Konferenzen, Workshops und Barcamps reizen mich schon länger.

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Da ich für die BLOGST Konferenz im November in Hamburg keine Karte ergattert hatte, stürzte ich mich auf die miniBLOGST in Berlin. Eigentlich gut, dass sie in Berlin stattfand, so ging ich nicht nebenbei am Samstag auf irgendeine Veranstaltung, sondern fuhr extra von Freitag bis Sonntag nach Berlin. So bekam die ganze Sache mehr Raum und ich konnte mich ganz anders darauf einlassen.

Am Freitag kam als erstes schonmal der Bus nicht. Ich plane bei Zugbindung oder Flügen immer mit sehr viel Luft (so bekamen wir letztes Jahr den Flieger nach Paris, obwohl mein Großer den Ausweis vergessen hatte und wir auf dem halben Weg zum Flughafen nochmal umkehren mussten). Aber der Bus kam nicht etwas später, sondern NICHT. Also verlor ich die Nerven, flitzte nach Hause und jagte mit dem Auto nach Bergedorf ins Parkhaus. Ich hatte vier Minuten, um mit Gepäck zum Bahnhof zu rennen. Oben stand schon die S-Bahn mit geöffneter Tür, Abfahrt „sofort“. Treppaufwärtsgepäcksprint gehört echt nicht zu meinen Paradedisziplinen, aber ich schaffte es und lies mich japsend auf einen Platz fallen. Im Gegensatz zu den Mitreisenden wusste ich, dass es mir gleich wieder besser gehen würde.

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Nun freute ich mich auf eine entspannte Fahrt im ICE. In Berlin stieg ich nicht am Hauptbahnhof, sondern erst am Südkreuz aus. Bonustipp: in Großstädten buche ich gern einen Bahnhof jenseits des Hauptbahnhofes. Das kostet meistens nicht mehr, aber man ist flexibler beim Wechsel auf die anderen Öffis. Bei der Hotelbuchung war ich darauf hereingefallen, dass es zwar eine Emser Straße in Neukölln gibt, also ganz praktisch, wenn man einen Termin in Kreuzberg hat. Es gibt aber eine weitere in Wilmersdorf und da war mein Hotel.

Das Hotel war fein, aber am nächsten Morgen frühstückte ich hier nur einen Becher Kaffee und etwas Obstsalat, denn die MiniBLOGST begann mit einem Frühstück. Diese Gelegenheit, die ersten Kontakte zu knüpfen wollte ich mir nicht entgehen lassen und startete entsprechend früh. Kreuzberg am morgen – ein wirklich coole Atmosphäre.

kreuzberg_morgens

Natürlich habe ich schonmal nach anderen Bloggern Ausschau gehalten. Die Blogfabrik hat so eine coole Berliner Lage, wie ich sie liebe: zweites Hinterhaus, Aufgang sowieso. Ein stylish eingerichtetes und dadurch sehr cooles Loft war für diesen Tag unsere Konferenzfläche. Mit Büffet auf dem ständig Wasser, Obst und Snacks standen, und Kaffee- und Tee-Bar, bestückt von verschiedenen Sponsoren. Danke! Jeder suchte sich z.B. einen Becher von Rice aus, den man später behalten durfte.

blogst_1

Wir saßen alle auf Hockern. Zuerst dachte ich „oh, mein Rücken“, aber tatsächlich hatte ich so eine viel aktivere Sitzhaltung und war motiviert, immer mal aufzustehen. Also auch am Abend keine Rückenschmerzen – wieder was gelernt.

Nach einer sehr launigen Begrüßung durch Clara und Ricarda war Anna von Berlin Mitte Mom die erste Referentin. Zum Thema Storytelling ging sie unter anderem darauf ein, dass es wichtig ist, eine Bloggerpersönlichkeit zu entwickeln und rüberzubringen. Die Stimme zur Signatur zu machen und dabei z.B. unterschiedliche Formate (Serien, Briefe, …) zu verwenden. Interessante Hinweise und ein sehr lockerer Vortrag mit teilweise bekannten Beispielen und Austausch mit dem Publikum.

Natürlich ging es danach nicht nahtlos weiter, sondern alle sprangen auf, um zu netzwerken, Visitenkarten auszutauschen, Kaffee zu holen und wegzubringen.

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Als nächstes war Henning Krieg (kriegs-recht.de) dran, um uns über Social Media Recht für Blogger zu informieren. Selbst so scheinbar trockene Themen brauchen nur den richtigen Presenter. So kurzweilig waren juristische Themen selten (und mein Prof für Wirtschaftsrecht war damals gar nicht so schlecht). Eigentlich hatte er fünf Punkte auf der Agenda, aber wir hielten uns auch Dank diverser Fragen aus dem Publikum so lange beim Urheberrecht auf, dass wir das Fotorecht gerade noch streifen konnten und den Rest gar nicht mehr schafften. Aber kein Wunder, denn das Urheberrecht ist für Blogger ja in beide Richtungen interessant: was darf ich verwenden und wie gehe ich damit um, wenn andere von mir kopieren…

Selbst unter „Verzicht“ auf die Kaffeepause (haha, siehe oben), wurde aus SEO in 60 Minuten eher SEO in 45 Minuten. Kerstin Timm von Artaxo gab hier wertvolle Hinweise und Tipps zu Keywords, Tools, Gestaltung der URL, Backlinks, Bildoptimierung und wie man verschiedene Daten auswerten kann.

Beim Mittagessen wurden wir mit Salaten und Sandwiches verwöhnt. Über die Facebookgruppe waren vorher alle Bedürfnisse (vegetarisch, vegan, glutenfrei, lactosefrei und normal (uff!)) abgefragt worden und so war für jeden etwas dabei.

joghurt_stulle_salat

Wieder lernte ich weitere interessante Bloggerinnen kennen und hatte irre viel Spaß dabei. Nach dem Essen hatten die OrgaProfis keinen weiteren Vortrag, sondern etwas aktivere Workshops geplant. Ich frage mich oft bei Veranstaltungen von Firmen (auch bei uns), warum man das Bio-Loch in der Agenda nicht berücksichtigt. Regelmäßig kämpfen meine Kollegen und ich mit den Augenlidern, wenn man nach dem Mittagessen irgendwem stundenlang zuhören muss.

Auf der MiniBLOGST wurde alles richtig gemacht – wir konnten mussten uns für einen von drei Workshops entscheiden:

  • Social Media Support für den Blog mit Ricarda
  • Wie Euer Blog zu einer starken Marke wird mit Virginia Horstmann von Zucker, Zimt & Liebe
  • Bildsprache auf allen Kanälen mit Clara

Die Entscheidung fiel mir schwer, aber mit der Bildsprache erwischte ich sehr lustige, informative und interaktive 90 Minuten. Hier landeten wieder viele To-Do’s auf meiner persönlichen Liste zur Anpassung meiner Internetpräsenz. Der eine oder andere Hinweis hat mir wirklich die Augen geöffnet.

Da wir schon vorgenetzwerkt hatten, konnten wir den Zeitplan wieder einholen und uns von Anna Neumann Tipps zur erfolgreichen Nutzung von Pinterest geben lassen. Auch sehr interessant, aber Pinterest nutze ich wirklich nicht taktisch, sondern nur als visuelle Sammlung für mich selbst. Aktuell mag ich mir dafür keine Zeit nehmen, aber nun wüßte ich, worauf ich achten müsste.

Zu guter Letzt erfuhren wir von Daniel Rehn von Achtung! und Jana Norenberg von Tchibo noch einiges über Kooperationen. Davon hab ich wirklich wenig Ahnung und so war es sehr informativ. Aber – und damit kommen wir schon fast zu meinem Fazit – da ich einen Vollzeit-Job habe, muss ich weder mit meinem Blog Geld verdienen, noch brauche ich zusätzlichen Druck, um Termine für Veröffentlichungen einzuhalten.

Zum Abschied packten wir alle etwas mit an und jeder bekam ein Goodie Bag. Das war eine tolle Überraschung und enthielt wirklich tolle Geschenke. Vielen lieben Dank dafür!!!

goodie_bags

Anschließend trafen sich noch einige von uns zu einem Get Together bei Fräulein Wild ein paar Minuten zu Fuß entfernt. Dort war schon ein Büffet aus leckeren Salaten und Quiches vorbereitet und wir ließen es uns schmecken. Auch jetzt hatte ich wieder herrlich inspirierende und witzige Gespräche. Ja, genau! Die die sich jetzt angesprochen fühlen, meine ich auch 😉 Toll mit Euch danke!

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Als wir die letzten Visitenkarten ausgetauscht hatten und uns schließlich auf den Heimweg machten, zerfielen wir in verschiedene Richtungen in immer kleiner werdende Grüppchen.

Schließlich saß ich ganz allein in der U-Bahn und mir wurde bewußt, dass ich gerade übergelaufen war. Sooo viel Input an Information, Inspiration, Ideen, Kontakte, Gespräche… Wahnsinn!!! So etwas habe ich in der Form noch nicht erlebt. Wie ein Klassentreffen mit Leuten, die man gar nicht kennt und trotzdem treffen möchte. Und bei Clara und Ricarda musste ich mir aktiv in Erinnerung rufen, dass wir uns noch gar nicht persönlich kennen. Ich hab so viel gelesen, Fotos gesehen und Snapchat/Instagram Stories geguckt, dass ich das fast vergessen hatte. Ausserdem sind auch die beiden aber so offen und warmherzig, dass man das Gefühl hat, sich schon länger zu kennen.

Ich bin mal gespannt, ob aus der einen oder anderen Idee, sich gelegentlich zu treffen, wirklich etwas wird, aber das hab ich ja auch selbst mit in der Hand.

Am Sonntag lies ich es ruhig angehen. Sightseeing mit Koffer bringt nichts und das Hotel war zu weit von allem entfernt, als dass es sinnvoll gewesen wäre, den Koffer dort zu deponieren. Aber es lag ganz nah an der Marathonstrecke und ich konnte passend hingehen, um die Spitzenläufer zu sehen. Das war vielleicht eine tolle Atmosphäre!!! An der U-Bahn Station ein Flohmarkt, gegenüber eine Schülerband, die überwiegend Swing spielte, ein Stück die Straße runter eine Trommelcombo (sorry, falls das anders heißt). Und dann wurden alle Teilnehmer angefeuert und das Feld immer dichter. Je später es wurde, umso vielfältiger wurde auch das Läuferfeld. Alle noch im Top-Zeitsegment, aber verkrampft und locker, mit freiem Oberkörper oder mit Hightech-Bekleidung, mit und ohne Musik oder Pulsuhr, völlig fertig oder entspannt. Die Mischung hat mich so fasziniert, dass ich fast nicht bemerkt hätte, dass meine Uhr stehen geblieben war.

marathon

Aber alles klappte pünktlich und auf dem Rückweg teilte ich das Abteil mit sehr unterhaltsamen Mitreisenden und es wurde nochmal richtig lustig.

Was nehme ich mit?

Während der MiniBLOGST war ich ganz euphorisch und machte mir nebenher eine Liste, was ich alles so schnell wie möglich am Blog ändern werde. Als erstes den Namen! Blockhütte hat ja leider mit dem Inhalt so gar nichts zu tun, sondern resultiert aus einer Wortspiel-Idee, als 2007 „Bloghütte“ schon vergeben war. Auf der anderen Seite möchte ich aber auch durch einen Umzug niemanden verlieren. Da überlege ich noch…

Tatsächlich darf ich nicht den Fehler machen, meine Ansprüche an denen der Berufs- oder semiprofessionellen Blogger zu messen. Insofern bleibt der Blog, was er ist: eine Hobbyplattform, auf der ich über die Fotografie und alles, was ich genieße berichte, so wie es mir die Zeit erlaubt.
Aber jetzt gespickt mit den Informationen, wie ich das besser machen kann und inspiriert von vielen lieben Bloggerinnen (mit den zwei (?) männlichen Teilnehmern bin ich leider nicht ins quatschen gekommen), die ich kennen lernen durfte und deren Blogs ich mir nach und nach anschaue. Die Community bringt irgendwie soviel Energie in Bewegung, dass ich mir sicher bin, dass es zu einigen weiteren Treffen kommen wird – ich freu mich drauf!

Auf einer Skala von 1-10 war dieses Wochenende eine 12!

Den Bericht von Clara und Ricarda und die Links zu anderen Beiträgen über diesen aufregenden Tag findet Ihr auf der BLOGST-Seite.

Ich freue mich auf die Blogs von
Annalena & Johanna von heyfoodsister, Sandra von BücherGöre, Anne von Kochen macht glücklich, Bine von echt Knorke, Griselda, Christinaa, Yoyo von Frau Schweizer, Elke von Ellepuls, Désirée von Jokihu, Malen von lenesimpelwimpel, Nicole von belle prairie und Alexandra von Glückstreu und mädchenmutter, Corinna von Hofsafari, Sabine von Pastamaniac und Anja von Schönes Leben.
(Die Idee zu dieser Liste hab ich bei Hey Foodsister geklaut.)OLYMPUS DIGITAL CAMERA

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4 Gedanken zu “Die #MiniBLOGST in Berlin

  1. Dein Beitrag beschreibt das Wochenende sehr genau. Es war mir eine Freude in deiner Umgebung zu sitzen und dich dadurch etwas kennen zu lernen.
    Bin gespannt ob wir uns alle im nächsten Jahr wieder treffen und wie sehr unsere Blog-Babys sich bis dahin entwickelt haben.
    Sonnige Grüße
    Bine

  2. Toller Bericht! Vermittelt sehr gut, was wir erlebt haben. Vielen Dank für die Verlinkung! Hat mich sehr gefreut, Dich kennen zu lernen! Herzliche Grüße, Griselda K

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