Mallorca 1/2 – Uncle Bobshop in Inca

+++ Montag, 9. April 2018 +++

Schon letztes Jahr im Juni, als ich noch nicht einmal sicher war, ob ich ein Gewerbe anmelden würde, hatte ich einen Platz beim Uncle Bobshop ergattert. Einem Hochzeitsfotografie-Workshop auf einer Finca südlich von Inca mit Nils und Manuel, zwei Hochzeitsfotografen aus Berlin. Wir waren 12 Teilnehmer aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, vier Mädels und acht Jungs.

Aus dem Sommer in Hamburg in den Regen nach Mallorca? Ganz so schlimm war es nicht…

Heute morgen fuhr Flo mich zum Bergedorfer Bahnhof und mit der S-Bahn war ich pünktlich am Flughafen. Koffer am Automaten einchecken, entspannt die ziemlich lange Schlange an der Security ertragen und dann versuchen, langsam zu entspannen. Klappte nicht, wir hatten Verspätung. Wir saßen in Frankfurt noch im Flieger, als laut Plan schon das Boarding für den Flug nach Palma startete. Also rannte ich den ganzen Weg von meinem A-gate zum B-gate, was laut meinem Sitznachbarn schon mal ne halbe Stunde dauern kann. Immer bin ich bei sowas unentspannt, dabei sollte doch Lufthansa auf sich selbst warten… Klappte auch – der nächste Flug hatte ebenfalls Verspätung. Und ich war immer noch nicht entspannt, vermutlich jetzt die Aufregung wegen der Vorfreude. Vor lauter Gefummel fiel mir ein Airpod unter den Sitz. Ein echter Nachteil von komplett drahtlosen Kopfhörern… Aber zu spät! Ich wand mich hin und her, versuchte ihn zu ertasten und wollte mich schon damit abfinden, am Ziel unter den Sitz kriechen zu müssen, als ich ihn doch noch auf einem Foto entdeckte, das ich zum Suchen gemacht hatte.

Der Shuttle zu meinem Autovermieter war nicht gut beschildert, aber ich fand ihn und alles ging reibungslos. Ich bekam einen Kia Picanto. Dank Google-Maps war es kein Problem, die Finca bei Inca zu finden.

09 ankommen

Manuel und Nils nahmen mich ganz lieb in Empfang und auch die meisten anderen waren schon da. Namens-Memory… aber jeder kämpfte sich durch. Ich lockerte mich mit einem Aperol Spritz, den mir Esther gleich kredenzte. Stellte fest, dass ich mit Steffi im gleichen Flieger war, aber weil ich den Abhol-Service nicht in Anspruch genommen hatte, trafen wir uns erst jetzt so richtig.

Nils und Boris ließen ihre Drohnen steigen und wir konnten zugucken und Fragen stellen. Es juckt schon, aber ich muss mich auch mal zusammenreißen.

Martin und Jens sind auch Hochzeitsfotografen aus Berlin, aber sie waren als Crew mitgekommen, um uns kulinarisch zu verwöhnen. Schon vorab hatten sie sich in der Facebookgruppe nach Unverträglichkeiten erkundigt und machten einen perfekten Job!!! Weil wir insgesamt 18 Personen waren, funktionierten die Mahlzeiten immer als Buffet. Alles stand auf dem großen Tisch in der Küche und jeder bediente sich und suchte sich einen Platz zum Essen. Am ersten Abend gab es Tortillas zum selbst belegen mit allem was das Herz begehrt. Seeehr lecker und die Vorfreude auf die kommenden Mahlzeiten stieg!

Ich bin nicht mehr sicher, ob vorher oder nachher – wir machten im Sonnenuntergang die ersten Paar-Fotos von Frida und Carlos. Die beiden sind unsere Models aus Hamburg und wohnen mit uns auf der Finca. Der Kampf um die beste Position für Fotos überraschte mich. Da muss ich mir für die nächsten Tage irgendwie noch Ellenbogen zulegen!!!

(Hier ein Beispiel: ich hatte ich endlich meine Perspektive gefunden, aber der optimale Winkel aufs Paar war besetzt und rechts hätte schon wieder jemand im Bild gestanden…)

09 models - 001 - DSC02732

Abends wurde in den unterschiedlichsten Gruppen über Kameras, Linsen und Erfahrung diskutiert. Jeder hatte die Gelegenheit, die Ausrüstung der Anderen in die Hand zu nehmen. Zum Glück waren auch Wortspiele und Sprachblödsinn von Anfang an permanente Begleiter fast jeder Konversation. Mit Till und Markus testete ich die ersten Gin&Tonic Kombinationen.

Kurz nach Mitternacht machte ich mich auf den Weg Richtung Bett (und war nicht die erste) – ich habe überhaupt nicht mit einem Einzelzimmer gerechnet – aber Glück gehabt 🙂 Das Bett ist sehr bequem und in der ersten Nacht schlecht schlafen war hier überhaupt kein Thema.

Originelle Details wie die Beschriftung der Badezimmer…

09 beschriftung wc

Das wird was!

+++ Dienstag, 10. April 2018 +++

Wir Mädels hatten einen Duschplan verabredet, damit wir alle zum Frühstück ab acht fertig sein konnten. Es gab Baguette, Schinken, Salami, Käse, Marmelade, Nutella und jeden Morgen verschiedene Aufstriche, z.B. Hummus, Guacamole, Aioli… Und Kaffee!!!

So gestärkt ging es in den ersten Theorieblock, in dem wir uns zunächst alle einmal vorstellten. Ich bin die einzige, die noch keine Hochzeit fotografiert hat. Alle anderen haben schon Erfahrung und verschiedene Fragen und Erwartungen aus ihrer Arbeit mitgebracht. Viele haben noch einen anderen Job und machen die Hochzeitsfotografie mehr oder weniger nebenberuflich.

Dann berichtete Nils, ergänzt durch Manuel, über seine komplette Abwicklung eines Auftrages. Von der Anfrage bis zur Abgabe. Das war sehr informativ und ich machte mir viele Notizen.

10 verpflegung

Zum Mittagessen hatten Martin und Jens zwei Suppen gezaubert. Eine aus Kürbis und eine mit Linsen und Kokosmilch. Die waren angenehm leicht. Wir aßen in der Sonne auf der Terrasse und wärmten uns, denn in dem alten Gemäuer war es nicht wirklich warm.

Ohne Suppenkoma – ich blieb wach, ohne mich anzustrengen – verfolgten wir Manuels Tipps zur Bildkomposition. Vieles weiß man eigentlich, aber oft genug beachtet man es dann beim Shooting doch nicht. Ich nahm noch ein paar neue Aspekte für mich mit. Direkt im Anschluss streiften wir über das Gelände der Finca und Manuel und Nils zeigten in der Praxis, was wir gerade besprochen hatten. Frida und Carlos waren ja praktischerweise die ganze Zeit dabei.

10 praxis

Die erste Location war Port des Canonge. Wir verteilten uns auf die beiden 9-Sitzer und machten uns auf den Weg. Das letzte Stück hielt ziemlich spitze Kehren für uns bereit und da ich ganz hinten saß, war ich beim Aussteigen etwas wackelig auf den Beinen. Großartigerweise gab es im Kofferraum einen Karton mit Proviant. Belegte Baguettes, Bananen, Schokoriegel, Wasser – wir waren wirklich bestens versorgt!!! Zunächst probierten wir mit Frida und Carlos am Strand herum, später stießen als weiteres Model-Paar, Cristina und Alberto, dazu und wir verteilten uns auf dem Wanderweg an den Klippen. Eine tolle Landschaft!!! Aber wie am Vortag merkte ich, dass ich oft zu höflich bin und mich für eine gute Position zum Fotografieren energischer in Stellung bringen muss. Trotzdem nahm ich von hier ein paar tolle Fotos mit:

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Der Rückweg den steilen Berg wieder hinauf im vollbesetzten Bus mit Frontantrieb war sicher nicht ohne. Ich war froh, nicht fahren zu müssen.

Nach unserer Rückkehr wartete schon das Abendessen: Spaghetti Bolognese mit Hack und vegan, was auch sehr lecker schmeckte. Später packten alle die Rechner aus und sichteten und bearbeiteten die Fotos. Dazu wieder viel interessante Fachsimpelei, ich saugte jedes Gespräch auf. Jeder kann sein Portfolio, die Homepage, eine Hochzeitsstrecke etc. zeigen und Manuel und Nils geben Feedback und Tipps. Keiner bestand darauf, das unter vier bis sechs Augen zu machen und so hatten alle etwas davon.

Neue Gin-Sorten wurden ausprobiert und bis nach eins quatschten wir in unterschiedlichsten Dialekten in der Küche. Herrlich! Lustig!

+++ Mittwoch, 11. April 2018 +++

Nach dem Frühstück ging es um das Branding als Gesamteindruck aus Bildern, Webseite, Texten, Logo, Design und Kommunikation, alles drumherum und was man beachten sollte. Wieder viele wertvolle Informationen…

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Anschließend fuhren wir in die Berge an einen Stausee am Fuße des Puig Major der bis zum Rand gefüllt war. Es war windig und kalt und ich erleichtert, statt eines Bikinis eine Mütze eingepackt zu haben. Wir wanderten am Ufer entlang und fotografierten abwechselnd die Paare. Neben Frida und Carlos waren auch Cristina und Alberto wieder zu uns gestoßen. Immer wieder zwangen uns Regen- und Hagelschauer, uns unterzustellen. Wir frotzelten, dass wir nicht nur Mallorca-Bilder, sondern auch Schottland-Fotos machen konnten. Schließlich beschlossen wir umzukehren, hatten auf dem Rückweg aber noch ein paar schöne Motive mit den Paaren am See.

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Wieder genoss ich die Gespräche und kämpfte erfolgreicher um gute Positionen fürs Fotografieren. Auf der Rückfahrt saß ich wieder in der mittleren Sitzreihe, das bekam mir gut.

An der Finca warteten frische Quiche und Wassermelone auf uns, wir wurden wirklich verwöhnt. Auch unterwegs war der Proviantkarton wieder prall gefüllt.

Manuel zeigte uns, wie er eine komplette Hochzeitsstrecke bearbeitet und gab uns auch Tipps für die Auswahl. Um Lightroom effizient zu bedienen, nutzt er das X-Touch Mini, das ich mir tatsächlich sofort bestellt habe. Die ganze Strecke samt Storytelling war sehr interessant. Anschließend setzten wir die Portfolio-Reviews fort.

Abends hatten Martin und Jens auf der überdachten Terrasse den Grill angeschmissen und wir genossen Fleisch, Würste (Merguez = juhu!) und Beilagen. Auch für die Vegetarier und Veganer war wieder perfekt gesorgt.

Da es der letzte Abend war und niemand den Gin wieder mit nach Hause nehmen wollte, taten wir tapfer unser Möglichstes. Ich glaube, zuerst war das Bier alle, dann das Tonic Water. Wir fanden noch gefrorenes Tonic, ließen es auftauen und vernichteten auch den letzten Tropfen Gin. Dazu tanzten wir und einige jonglierten mehr oder weniger gekonnt. Bei Instagram glühten die Stories. Keiner wurde müde und wir genossen einfach die ausgelassene Stimmung…

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+++ Donnerstag, 12. April 2018 +++

Als ich um kurz vor fünf im Bett lag, rechnete ich mit vier Stunden Schlaf bis um neun, leider wurde ich schon um acht wach. Aber ich kann ja in den nächsten Tagen Schlaf nachholen… Ich hatte keine Kopfschmerzen und die Dusche war frei, so vertrieb ich die „leichte Erschöpfung“. Dass alle leicht angeschlagen waren, verstärkte das Gemeinschaftsgefühl, hehe.

Wir hatten uns alle in eine Abreiseliste eingetragen und so konnten die Fahrten zum Flughafen gut koordiniert werden. Gleich morgens verließen uns die ersten fünf Teilnehmer und wir übrigen verbrachten die Zeit bis zum Aufbruch mit Schnacken, Essen und Portfolio-Reviews. Ich zeigte ein paar Portraits und Familienfotos und Fotos, die ich während des Workshops gemacht hatte. Das Feedback war sehr wertvoll für mich und wenn ich im Herbst hoffentlich zum Thema Hochzeiten auch eine Seite und Strecken habe, würde ich so ein Review gerne wiederholen.

Dann packte ich und verabschiedete mich kurz und knackig. Dadurch fiel es mir nicht ganz so schwer wie befürchtet. Es war wirklich eine ganz tolle Runde. So viele verschiedene Menschen, am Montag konnte man sich kaum die Namen merken und nun hatte man das Gefühl, eine Ewigkeit zusammen verbracht zu haben. Schon am Mittwoch war ich manchmal überrascht, wenn ich „gestern“ sagte und fragte mich, ob das nicht eher schon eine Woche her war. Ich bin mal gespannt, in wie weit wer mit wem über Facebook und Instagram hinaus in Kontakt bleibt.

P.S. Es war eigentlich wie eine Klassenfahrt ohne Lehrer – haben wir uns das nicht immer gewünscht?

Die täglichen Instastories als Gesamtvideo bei YouTube ansehen (im Hochformat):

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2 Gedanken zu “Mallorca 1/2 – Uncle Bobshop in Inca

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