Kuba Tag 9 – Trinidad – Zucker und Strand

Freitag, 6. September 2019

Die erste Nacht in der neuen Casa war so lala, egal wie ich die Klimaanlage einstellte, ich fror und schwitzte abwechselnd, aber erkältet habe ich mich nicht.

Wir hatten mit Frühstück gebucht und die Vermieterin und eine zweite Frau verwöhnten uns mit Kaffee, frischem Guavensaft, Obstteller, Rührei und Gebäck. Frisch gestärkt schauten wir uns die Innenstadt von Trinidad ein wenig an, schauten in eine Kirche, tranken ein Wasser auf den Stufen vor der „Casa de la Música“ und wanderten durch die Strassen. Danach brauchten wir dringend eine Kühlung.

Gegen Mittag fuhren wir ins „Valle de los Ingenios“ zur Hacienda „Manaca Iznaga“. Ein herrschaftliches Anwesen aus der Zeit, da der Zuckerrohranbau und die Zuckermühlen der Region zu Wohlstand verhalfen. Auf Kosten der Sklaven… Zunächst gönnten wir uns auf der überdachten Veranda ein leichtes Mittagessen, dann bestiegen wir – selbst überrascht von unserer Energie – den kompletten Turm, von dem aus die Sklaven überwacht wurden. Oben auf dem Turm trafen wir wieder das Pärchen vom Flughafen, dem wir auch beim analogen Fotografen begegnet waren. Die Welt ist auch auf Kuba klein. Sie sind auch noch zwei Tage hier und eventuell trifft man sich abends mal auf den Stufen an der „Casa de la Música“. Nach dem Abstieg suchten und fanden wir eine erhaltene Zuckerpresse. Wie sie in etwa benutzt wurde, sahen wir kurze Zeit später, als wir ein Glas Zuckerrohrsaft bestellten und aus Neugier um die Hütte herum gingen. Hier konnten wir zusehen, wie ein ca. 1m langes Stück erst einmal und dann halbiert ein zweites Mal durch die Presse geschoben wurde. Der Saft topfte in einen Eimer voller Eis. Mit einem Spritzer Limettensaft war das eine sehr leckere Erfrischung und machten den Besuch hier rund.

Im Reiseführer hatten wir gelesen, dass man in „La Boca“ im Halbschatten am Strand Cocktails schlürfen und Seafood genießen kann. Wir brauchten eine Ewigkeit, um eine passierbare Strasse, nein Piste zu finden. Unglaublich! Nicht nur das Navi, auch die Wegweiser führten zu „Strassen“ durch die man einfach nicht fahren konnte, auch wenn man inzwischen Schlaglöcher wirklich gewöhnt ist. Auch bei großen Pfützen muss man aufpassen. Darin können sich tiefe Löcher oder fehlende Gullideckel befinden. Man kann also nicht einfach hindurchfahren, ohne ein großes Risiko einzugehen. Schließlich schafften wir es doch, aber es gab außer den Wohnhhäusern der Einheimischen nur provisorische Blechbuden und kaum Schatten.

Wir fuhren weiter Richtung Playa Ancón und hielten beim „Grill Caribe“. In dem sehr schönen Open-Air-Restaurant schien eine Hochzeit anzustehen und wir rechneten fest damit, wieder weggeschickt zu werden. Aber unter den Schirmen aus Palmen direkt am Wasser wurden schnell ein Tisch und drei Stühle in den Sand gestellt und wir genossen den ersten Mojito des Tages. Dann bestellten wir Lobster und genossen unser Dinner barfuss am Strand. Als die Dämmerung einsetzte, war der karibische Abend perfekt vollendet! Auf einer anderen Route fuhren wir mit weniger Problemen zurück und duschten erstmal. Vor dem Schlafengehen genossen wir auf der Dachterrasse einen letzten gemeinsamen Cuba Libre.

In den Casas sind die Toiletten bisher so, wie man es sich wünscht, aber man darf kein Papier hineinwerfen. Unterwegs gibt es fast nie Papier, auch in Restaurants oder sogar bei den Familien nicht. WC-Brillen sind ebenfalls weitgehend unbekannt. Auch fließendes Wasser oder gar Seife findet man nur manchmal. Daran muss man denken und sich entsprechend ausrüsten, wenn man loszieht.


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