Kuba Tag 13 – zurück nach Havanna

Dienstag, 10. September 2019

Nach Frühstück und Abschied machte ich mich zu Fuß auf den Weg zur Viazul-Station. Eigentlich ist es nicht weit, aber durch den unebenen Untergrund und das Wasser, das in den Straßen rinnt, war es etwas mühsam, den Koffer trocken zum Bus zu bekommen.

Meine ausgedruckte Email tauschte ich gegen den dritten Durchschlag eines unleserlich ausgefüllten Fahrkartenformulars, das ich beim Betreten des Busses wieder abgeben musste. Für den Koffer bekam ich einen Abholschein, das Gepäck für Havanna wurde ganz nach hinten geschoben, weil wir auf dem Weg noch andere Orte anfahren.

Die Temperatur im Bus war angenehm bis kühl, ich hatte meine Fleecejacke und die Reisedecke griffbereit. Da ich nicht sicher war, wie lange gehalten wird, hatte ich mich mit ausreichend Wasser und einer Packung Kekse eingedeckt.

Über Cienfuegos, Playa Girón und Playa Larga an der Schweinebucht, fuhren wir bis zu einer Raststätte kurz vor der Autopista. Dort machten wir 30 Minuten Pause im „Restaurant Pio Cua“.

Durch die großen und breiten Reifen des Busses machten sich die Schlaglöcher auf der Autopista nicht so unangenehm bemerkbar, wie in den Autos.

Fast pünktlich kamen wir in Havanna an und ich verabschiedete mich von einem deutschen Pärchen, mit denen ich seit Trinidad immer mal geplaudert hatte. Auch sie sind Donnerstag auf dem gleichen Flieger.

Ich schloss mich einer Australierin und zwei Neuseeländern an, die sich ebenfalls im Bus kennengelernt hatten und wir teilten uns für 2 CUC pro Person ein „Taxi Colectivo“ in die Altstadt. Vor dem Eingang dürfen nur die teureren staatlichen Taxen stehen und wir mussten einfach einmal um die Ecke gehen. Die Neuseeländer hatten noch nichts gebucht, kamen aber bei der Australierin mit unter.

Zu meiner Casa war es nur ein paar Blocks. Hier spielt sich das Leben mitten in der Stadt auf der Straße ab. Dazwischen immer mal Mopeds oder Fahrrad-Taxis, selten Autos. Jeder ruft irgendwas, überall Musik. Ich klopfte erstmal an die falsche Tür, aber ein Nachbar zeigte mir die richtige, schloss mir auf „segundo a la derecha“ und rief nach oben, ich sei da.

Dass sich bei so vielen Türen im Treppenhaus hinter der letzten eine so große Wohnung befinden würde, hätte ich nicht gedacht. Ana Maria ist eine superliebe Gastgeberin. Sie sprach langsam Spanisch, ich langsam Englisch, wenn ich nicht weiterwusste. So „plauderten“ wir und es ist ok für sie, wenn ich Donnerstagnachmittag hier nochmal dusche, bevor es zum Flughafen geht und bestellt mir auch das Taxi. Diese Casa ist vom Standard her die einfachste von allen. Vieles ist alt und sauberer geht es wohl nicht. Für zwei Nächte ist es ok, aber ich glaube, wenn das meine erste Unterkunft hier gewesen wäre, hätte ich das nicht so gelassen gesehen.

Ich war mit meinen Gefährten aus dem Taxi zum Abendessen verabredet und holte sie um acht an ihrem Hostel ab. Sie schlafen zu sechst in einem Raum ohne Klimaanlage. Uns schloss sich Manoel aus Barcelona an (der in Viñales angeblich eine Woche mit Dengue-Fieber flach lag). Wir wollten unser Essen an den Hafen mitnehmen, also nahmen wir jeder zwei Schüsseln und Besteck mit und gingen zu „Doña Alicia“. Jeder Kunde hatte ein Gefäß für sein Essen dabei. Eine aus der Not heraus umweltfreundliche Variante eines Abholrestaurants. Die Preise waren in Peso Nacional, also extrem günstig. Vor Ort tranken wir noch einen genial leckeren Guavensaft und gingen dann mit unserem Essen ans Wasser. Es schmeckte einfach, aber gut.

Wir wuschen kurz unsere Sachen in ihrem Hostel ab und stromerten durch die Straßen auf der Suche nach Salsa. Da wir nichts Passendes fanden, kehrten wir in einem Restaurant ein und ich trank den einzigen Mojito des Tages. Die Neuseeländer sind fast am Ende einer sechsmonatigen Süd- und Mittelamerika-Rundreise und er hat ihr in Patagonien einen Heiratsantrag gemacht…

Zum Glück waren wir nun ganz in der Nähe meiner Casa, denn so allein in den nächtlichen Straßen ist mir etwas mulmig. Um Mitternacht war ich in der Casa, duschte und ging schlafen.


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s