Kuba Tag 14 – La Habana Vieja

Mittwoch, 11. September 2019

Die Klimaanlage ist viel lauter als alle zuvor und wirkt auch nur, wenn der Ventilator ebenfalls läuft. Ich schlief also mit Ohrstöpseln. Die Laken sind sind nicht aus Baumwolle, sondern fühlen sich wie Plastik an. Langsam fange ich wirklich an, mich auf zu Hause zu freuen.

Komischerweise bietet diese Casa kein Frühstück an. Ana Maria empfahl mir ein Lokal in der Nähe, aber das Obst war nicht so toll wie sonst und die Milch bildete Klümpchen.

Heute wollte ich Havanna nochmal touristisch erkunden und hatte mir ein paar Sachen vorgenommen. Zuerst suchte ich den Zigarrenladen auf, in dem wir am ersten Tag zusammen waren und lies mich beraten. Dann schlenderte ich zur Plaza de la Catedral. Auf meinem weiteren Weg kam ich mit einem Kubaner ins Gespräch, der behauptete, im Haus gegenüber habe Che Guevara gewohnt (Ecke San Ignacio/Obrapia). Na, ob das stimmt?

Vorbei (!) am Schokoladenmuseum zur Cámara Obscura, die einen tollen Rundumblick ermöglichen soll, aber leider wegen Wartungsarbeiten geschlossen hatte. Nun war ich schonmal auf der Plaza Vieja und genoss den Blick auf die palastartigen Privathäuser der ehemals reichsten Familien der Stadt. Von nun an hielt ich mich in Richtung Capitol.

Da mir ohne Wartezeit Einlass in die völlig überbewertete „El Floridita Bar“ (in der Hemmingway ein- und ausging) gewährt wurde, nutzte ich die Gelegenheit, einen Daiquiri zu trinken. Alle Touristen ausser Rand und Band, wer zu nah an der Hemmingway-Figur am Tresen sitzt, wird ständig für Selfies aufgescheucht.

Am Parque Central stieg ich spontan in einen Hop-on-hop-off Bus und genoss die Fahrt. Wenn man sich schon ganz gut orientieren hat, ist so etwas fast noch interessanter. Über den Malecón am Hotel Nacional vorbei, um die Plaza de la Revolución herum, am Cemeterio de Colón (drittgrößter Friedhof der Welt) vorbei, bis zu den neuen Hotels im gar nicht so edlen Stadtteil Miramar.

Dann machte ich noch ein paar Fotos vom Capitol – ohne geht es schließlich auch nicht, wenn man in Havanna ist – schlenderte durch Havanna Vieja und bog ab, wie ich lustig war, immer auf der Suche nach Streetart.

Nachdem ich mich in der Casa etwas ausgeruht und frisch gemacht hatte, machte ich mich ganz in weiß gekleidet auf den Weg zum Kempinski. Auf der Dachterrasse genoss ich den Sonnenuntergang am letzten Abend bei einem Mojito. Bei der anschließenden Piña Colada fiel mir ein, dass ich heute nur Obst gefrühstückt hatte und ich verwarf spontan meinen Plan, noch in das Geiheimtipp-Restaurant an der Plaza del Christo zu gehen. Stattdessen genoss ich einfach das Ambiente und wechselte zum Dinner auf eine andere Terrasse.

Es war ganz herrlich und ein krasser Kontrast: der Blick aufs beleuchtete Gran Teatro (das Capitol ist leider dunkel), leckere Guacamole mit knusprigem Brot als Gruß aus der Küche, Mini-Brötchen mit Butter, leckere Spaghetti mit Gemüse und Käse – und alle können Englisch. Ich habe es auch genossen, mir mal nicht auf „Spanisch“ einen abbrechen zu müssen.

Auf dem Heimweg war mir ganz schön mulmig zu Mute. In Trinidad hatte ich nachts keine Bedenken, aber durch die teilweise ganz schön dunklen Straßen der Altstadt von Havanna, als einzige Touristin, die sowieso dauernd angesprochen wird, war ich heute froh, als ich heil in der Casa war.


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